Wir wollen uns nicht lange in Bangkok aufhalten und machen uns gleich daran, die Weiterreise nach Chiang Mai zu buchen. Dies ist jedoch komplizierter als gedacht und Sven erlebt einiges auf der Straße
Es macht einen Ruck, das Licht geht an und jeder im Bus beginnt, seine Sachen einzupacken. Ein wildes Gewusel und das um 5:00 Uhr morgens! Polizisten bewachen den Abladevorgang des Buses und warten bis jedes Gepäckstück seinen Besitzer gefunden hat. Die Taxifahrer erhoffen sich bei der Meute von Neuankömmlingen frische Beute, aber wir wissen, dass die Khao San Road mit ihren vielen Hostels nicht weit von hier entfernt ist. Ein Polizist ist hilfsbereit und zeigt uns die Richtung, in die wir gehen müssen. Ein finnisches Paar, das nicht genau weiss wo es hin soll, schließt sich uns an. Die Khao San Road ist nach 2 Ecken erreicht und obwohl es hier 5:00 Uhr morgens ist, herrscht noch reger Betrieb. Stände werden auf- und abgebaut, Ausgehgrüppchen sitzen vereinzelt vor verschlossenen Lokalen und die Straßenfeger beseitigen die Spuren von der Nacht. Es dauert nicht lange und wir finden das Star Dome Inn, welches uns von Michael & Mandy empfohlen wurde. Leider sind alle Zimmer belegt und wir machen uns auf die Suche nach dem nächsten Hostel. Wir klappern noch einige Hostels ab, aber die Antwort ist immer die gleiche: Es sind keine Zimmer verfügbar! Allmählich dämmert es uns: Es ist Samstag und somit Wochenende. An Wochenenden wird es mit Zimmern immer knapp und wir hätten eigentlich als alte Hasen mal reservieren sollen. In unserem neu erworbenen Reiseführer “Rough Guide Südostasien” ist ein nettes Hostel 25 Minuten entfernt von hier verzeichnet und so machen wir uns schnell auf, denn es sind noch viele andere auf Zimmersuche.
Der Weg zieht sich entlang der Hauptstraße, wo wir immer wieder Bettelmönchen, die Gaben von den Ständen der Einwohner einsammeln, begegnen. Das Sri Ayutthaya Guesthouse liegt in einer ruhigen Seitenstraße nahe der Public Library, aber leider ist auch hier kein Zimmer frei. Aber das nette Personal verweist uns an das dahinter gelegene Tavee Guesthouse. Dort angekommen, sind sofort 3 Damen damit beschäftigt, alles für uns herzurichten und wir können nach einer kurzen Wartezeit das Zimmer beziehen. Nach einer Dusche nehmen wir erst einmal eine Mütze voll Schlaf um später die Weiterfahrt nach Chiang Mai vorzubereiten. Gegen 11:00 Uhr werden wir wach und Anica geht es leider nicht so gut. Ihr ist schwindelig und ihr Magen setzt ihr etwas zu. Sven beschließt, sich nach einer kurzen Lagebesprechung alleine auf den Weg zum Bahnhof zu machen und besorgt Ani noch einen Tee. Vor dem Haus wartet schon ein Tuk Tuk Fahrer und Sven, der noch aus Gesprächen im Hinterkopf hat, dass es recht günstig sein soll, fragt wie viel es zum Hualamphong Station (Bahnhof) kosten soll. 150 Baht sind viel zu viel und Sven macht sich auf den Fußweg. Ganz angetan von den Ständen der nächsten Straße, ist Sven frohen Mutes als plötzlich der selbe Tuk Tuk Fahrer vor ihm steht und ihm sagt, dass er ihn für 30 Baht fahren würde. Na also, geht doch
! Die erste Tuk Tuk Fahrt verläuft sehr schleppend, die Luft beißt in der Lunge, aber es entsteht ein nettes Gespräch mit dem Fahrer. Dieser erwähnt als er erfährt, dass wir die Weiterfahrt nach Chiang Mai buchen wollen ein Reisebüro, wo er ihn jetzt hinbringen wird. Es sei sehr günstig und er würde darüber immer buchen (ist klar
. Dort angekommen wird Sven gleich von einem Mann durch die Tür geschoben und an einen Tisch gesetzt. Ein kühles Getränk wird serviert und schon beginnt das Gespräch mit der überaus freundlichen Reisevemittlerin. Die Einzelfahrt, die wir geplant hatten, würde sich nach ihrer Meinung nicht lohnen, denn wenn wir ein Paket kaufen würden, wäre das um einiges günstiger und wir müssten uns um nichts mehr kümmern. Elefanten Trekking, Rafting, Trekking, Völkerbesuche und vieles mehr versprechen die Pakete, liegen aber leider in einer viel zu hohen Preiskategorie. Also sagt Sven höflich danke, denn er kann und will das jetzt nicht alleine entscheiden. Endlich wieder draußen, kann sich Sven, nachdem er den Tuk Tuk Fahrer bezahlt hat (30+15 Baht Trinkgeld), ungestört den Bahnhof ansehen und sich dort die Angebote einholen. Leider sieht es so aus, als seien alle Nachtzüge für heute, morgen und übermorgen ausgebucht und als käme nur noch der Bus in Frage. Bei den Bussen wird Sven auch wieder auf die Touren mit Unterkunft aufmerksam gemacht, die diesmal auch ganz vernünftige Preise haben.
Mit einer Vielzahl von Möglichkeiten macht sich Sven zu Fuß auf den Rückweg. Er findet Gefallen daran, hier und da mal stehen zu bleiben um einen Einblick in die Stadt zu bekommen. An einer Stelle muss er darin doch die Karte rausholen und bleibt stehen, da kommt ein kleiner Mann auf ihn zu und bietet ihm seine Hilfe an. Er ist Lehrer und kennt sich hier sehr gut aus. Als er im Gespräch erfährt, dass dies der erste Tag in Bangkok ist und Sven noch nichts von der Stadt gesehen hat, zückt er ein Blatt Papier und beginnt aufzuschreiben, was er noch alles machen müsse, weil heute noch besondere Aktionen laufen und diese morgen schon wieder enden würden. Mit der Liste bringt er Sven zum nächsten Tuk Tuk Fahrer und erklärt ihm, wo er ihn überall hinfahren soll und das Ganze natürlich zum Lokalpreis von 10 Baht. Es scheint als habe der Tuk Tuk Fahrer gar keine Wahl und so geht die Fahrt auch schon los. Sven versucht dem Fahrer noch klar zu machen, dass er lieber erst einmal zur letzten Station, der National Library, möchte, weil dort Anica wartet, aber dieser lässt sich nicht beirren und fährt zur ersten Station, dem Blue Tempel. Dies ist ein Buddhistischer Tempel, der leider aufgrund von Farbarbeiten geschlossen ist, aber es gibt davor einen Buddhaschrein zu sehen. Auch hier entsteht wieder ein längeres Gespräch mit einem Mann, der großer Deutschland Fußballfan ist und Sven erst mal aufklärt, wie es in der Deutschen Tabelle so aussieht. Die nächste Station ist die Top Ten Schneiderei. Hier bekommen Tuk Tuk Fahrer Spritgutscheine, wenn sie Touristen vorbeibringen. Außerdem läuft gerade noch eine Sonderaktion und alles ist viel billiger. Hier bekommt Sven erklärt, auf was zu achten ist, wenn man einen hochwertigen Anzug haben möchte und der Schneider will erst mit ihm einen Anzug von den Stoffen her zusammenstellen bevor er einen Preis nennen kann. Nach einiger Zeit haben sie dann einen dunkelblauen, gestreiften Stoff in 100% Kaschmir zusammengestellt und Sven bekommt einen Preis von 230 € genannt. Dankend ablehnend entstehen wilde Preisverhandlungen und er muss wieder mal Ani als Ausrede vorschieben, da sie doch seine Freundin ist und dies mitentscheiden muss. Station Nummer drei ist die TAT (Touristeninformation) wo Sven nützliche Informationen für die Weiterreise in Erfahrung bringen kann. Endlich ist alles geschafft und er kann endlich zurück zum Hostel fahren.
Anica, der es schon wieder etwas besser geht, bekommt nun erst mal alles erzählt und wir beschließen, zusammen zur letzten Touristeninformation zu fahren. Gemeinsam schnappen wir uns wieder ein Tuk Tuk und der Fahrer nickt auch als wir ihm die Visitenkarte des Reisebüros zeigen. Die Fahrt dauert viel zu lange und wir merken, dass der Fahrer kaum Englisch versteht. Abseits der Innenstadt zeigt er auf ein Shoppingcenter und sagt: TAT. Der liebe Mann ist komplett falsch gefahren! Er hält neben einem weiteren Tuk Tuk Fahrer und fragt diesen um Rat. Es dauert einige Zeit bis er nickend zu erkennen gibt, dass er verstanden hat. Also wieder zurück Richtung Innenstadt und er findet sogar nach einiger Zeit die Touristeninformation. Er wartet draußen wahrend wir uns drinnen beraten lassen. Wie der Zufall es will, bekommen wir eine Tour angeboten, die uns sogar bis nach Laos führt und die wir genau so machen wollten. Wir haben nicht genügend Geld für das 8 Tagespaket dabei und müssen deshalb zurück zum Hostel um es bezahlen zu können. Mit dem Tuk Tuk hin und her zu fahren ist kein Problem und wer hätte das gedacht: Wir bekommen sogar noch zwei Plätze mit dem Zug (der am Bahnhof ausgebucht war), weil Reiseagenturen immer eine gewisse Anzahl an Plätzen für ihre Touren reserviert bekommen.
Hungrig und total geschafft gehen wir bei der Shanti Lodge, die sich direkt um die Ecke von unserem Hostel befindet, essen. Die Preise sind etwas höher als gewohnt und die Portionen sind nicht allzu groß, aber dafür ist es sehr lecker. Nun noch kurz E-Mails checken und dann geht es ab ins Bett.