Auf uns endlos erscheinenden Visaprozeduren an der Grenze zu Laos folgt eine unterhaltsame Fahrt mit dem Slowboat. Den Abend verbringen wir in dem kleinen Ort Pakbeng
Wir stehen früh auf, denn um 7:30 Uhr ist Frühstückszeit und auschecken angesagt. Bis es losgeht, vergeht dann doch noch eine Stunde, aber wir kommen in den ersten Bus zur Grenze, die hier der Mekong bildet, Etwas ratlos stehen wir am Fluss herum und fragen uns, was wir nun zu tun haben. Endlich nimmt sich ein Thai aus dem Hostel unserer an und verfrachtet uns nach und nach in Boote, die über den Fluss rudern. Svens Gepäck fährt schon mal ohne ihn voraus, erwartet ihn aber zum Glück an der anderen Uferseite. In Huay Xai angekommen, steht uns schon wieder ein großes Fragezeichen auf die Stirn geschrieben als wir die Menschenmassen und verschiedenen Ämter sehen. Ein Mann verteilt Formulare, die wir auszufüllen haben. Mit diesen stellen wir uns an einem Schaltern an und bezahlen 31$ (da heute Samstag ist, kostet es 1$mehr als sonst!). Auf diese Weise bekommen wir unseren gestern bereits abgegebenen Reisepass wieder, der wiederum an einem anderen Schalter gestempelt wird. Dann kontrollieren zwei Polizisten, ob wir jetzt auch wirklich über ein gültiges Visum verfügen und dann dürfen wir endlich laotischen Boden betreten. Nachdem wir weitere Prozeduren hinter uns gebracht haben, indem wir unser beim Frühstück erhaltenes Bootsticket in ein Nummernticket umtauschen und uns in eine Liste eintragen, werden wir alle in Tuk Tuks verfrachtet, die uns zu einem Restaurant bringen, wo noch einmal die Nummerntickets und unsere Pässe eingesammelt werden. Dabei werden wir außerdem darauf aufmerksam gemacht, dass wir uns doch ein Sitzkissen (40 TBHT) zulegen sollten, da es nur schmale Holzbänke auf dem Slowboat gibt und wir auf zwei Tage verteilt 18 Stunden sitzen werden. Im Restaurant sitzen wir ungefähr eine Stunde fest bis nach und nach alle Passagiere die Visaformalitäten hinter sich gebracht haben und hier ankommen. Während wir warten, haben wir die Möglichkeit uns Baguettes belegen zu lassen · ein nettes Überbleibsel aus der Kolonialzeit! Als alle da sind, steht ein Laote auf und hält einen Vortrag darüber, was uns alles Schreckliches in Pakbeng (wo wir die erste Nacht verbringen) erwartet: Stehlende Gepäckträger, zu wenige Unterkünfte für so viele Leute, überteuerte Preise, unfreundliche Leute und und und. Etwas verwirrt sehen wir uns an: Warum macht der Typ alles so schlecht? Doch bald wird klar: Er möchte uns Touren per Bus oder Minivan verkaufen. Doch niemand springt ab. Dennoch sind wir alle jetzt etwas nervös wegen der Unterkunftssuche und Preise. Dann müssen die Polizisten zum x-ten Mal unsere Pässe überprüfen bevor es endlich aufs Boot geht.
Fahrt nach Pakbeng
Aber der nächste Schreck lässt nicht lange auf sich warten: Das Boot ist nie und nimmer für so viele Leute ausgelegt und als wir das Schiff betreten, ist jeder Platz bereits belegt und die ersten sitzen schon auf dem Boden. Letztendlich nehmen wir ganz hinten im Boot in der offenen Küche Platz und bekommen sogar ein paar Plastikstühle zur Verfügung gestellt. Es hat sich eine nette kleine Runde zusammengefunden: 3 Holländerinnen, 1 Norwegerin, 1 Engländer, 1 Italiener und wir. Sofort werden Karten ausgepackt und “Shithead” gespielt. So verbringen wir die meiste Zeit der Bootsfahrt. Die Besetzung ändert sich immer wieder und ständig kommen neue Leute hinzu, die ein paar Runden mitspielen und dann wieder verschwinden. So wird es nie langweilig und viel gelacht. Wer gerade nicht spielt, isst oder quatscht. Natürlich sehen wir uns auch die vorbeiziehende Landschaft an, die von Stränden, Felsen und Urwald geprägt ist. Hin und wieder kommen wir an Hütten, Gemüsefeldern und arbeitenden Menschen vorbei, die meist traditionell gekleidet sind. Auf diese Weise vergeht die Zeit ziemlich schnell und jeder ist überrascht als wir gegen 18 Uhr “schon” Pakbeng erreichen.
In aller Eile sucht sich jeder seinen Rucksack und stürmt an Land. Und diesmal erwartet uns eine positive Überraschung: Einige Leute preisen ihre Unterkünfte direkt am Anleger an, die sehr günstig sind! Wir folgen einer Frau zum Vantana Guest House und werden zu einem sauberen kleinen Zimmer geführt. Für 200 Baht können wir auf jeden Fall zufrieden sein, Erleichtert, dass alles halb so wild war und der Ort recht interessant wirkt, begeben wir uns auf Restaurantsuche. Wir haben schon länger nicht mehr indisch gegessen und setzen uns in ein gemütlich aussehendes Restaurant, wo wir leckeres Naanbrot mit Gemüsecurrys serviert bekommen. Wir schlendern noch einmal den aus nur einer Straße bestehenden Ort entlang, gehen dann aber schlafen. Mit dem Generatorengeratter im Ohr, der von 18:00 Uhr » 22:00 Uhr läuft, schlafen wir ein.