Die Tempel von Angkor

Den Sonnenaufgang erleben wir in Angkor Wat und folgen dann der kleinen Runde u.a. zu den faszinierenden Tempeln nach Angkor Thom, zum verwunschenen Thommanon und überwachsenen Ta Prohm Tempel

Obwohl wir die ganzen letzten Tage früh aufgestanden sind, wirft uns das Aufstehen um 4:30 Uhr aus der Bahn. Noch ganz verschlafen treten wir um 5 Uhr vor die Tür, wo wir mit dem Tuk Tuk Fahrer verabredet sind. Dieser steht bereits in seinem Tuk Tuk schlafend vor dem Hotel. Wir müssen ihn wecken, doch innerhalb von 1 Minute sitzt er auf seinem Roller und wir hinten drin. Noch im Dunkeln kaufen wir unsere Tickets für die Tempel (3- Tagespass 4OUS$/ Person) und fahren nach Angkor Wat. Ohne Taschenlampe stolpern wir den Weg zum Tempel, haben aber keine Ahnung, von wo aus man den Sonnenaufgang gut beobachten kann. Als es so langsam heller wird, erkennen wir den Weiher und gehen auch dorthin, denn im Wasser spiegelt sich der Tempel sehr schön. Der Himmel beginnt sich zu verfärben und wir bestaunen das Spektakel, das Himmel und Spiegelung zusammen mit der mächtigen Tempelanlage abgeben. Nach und nach werden immer mehr die Konturen sichtbar und wir können das vorher unübersichtliche Gelände erahnen. Dies ist eine sehr spannende Art ein solches architektonisches Meisterwerk kennenzulernen: Wie es sich aus der Dunkelheit schält und zuerst nur schwarz vor dem bunten Himmel abzeichnet und mit der Zeit auch Details zu Tage treten. Wir nutzen die Situation, dass viele Besucher nun erst einmal frühstücken gehen, und besichtigen den noch recht leeren Tempel. Die Sonne klettert höher, wirft aber noch ein etwas rötliches Licht auf die Mauern. Über viele Mauern, durch Gänge und Höfe landen wir schließlich vor dem hoch aufragenden fünftürmigen Heiligtum. Faszinierend an Angkor Wat ist vor allem, dass die ganze Anlage so gut erhalten ist und sämtliche Wanddekorationen und Steinverzierungen über die Jahrhunderte immer noch Bestand haben.

Als wir genug haben, kehren wir zu unserem schon wieder schlafenden Tuk Tuk Fahrer zurück, wobei wir ihn erneut wecken müssen. Er fährt uns zum Südtor von Angor Thom, wo sowohl das mit riesigen Köpfen verzierte Tor als auch die prunkvolle, Statuen gesäumte Einfahrt gut erhalten sind. Dann geht es weiter auf den Bayon Tempel zu. Dieser bestand ursprünglich aus 55 Türmen, heute sind noch 37 erhalten. Er stellt die ausgefeilteste Baukunst und den Höhepunkt der klassischen Khmer Kunst dar. Schon von Weitem wird man von unzähligen Gesichtern angesehen, die wohl eine Mischung aus Buddha und dem damaligen König darstellen. Jeder Turm wird also von in alle vier Richtungen blickenden Gesichtern geschmückt, was unheimlich schön aussieht. Außerdem gibt es viele Wandreliefs zu bestaunen.

Nun stehen die restlichen Tempel von Angor Thom, der ehemaligen königlichen Hauptstadt auf dem Programm. Bei einem Rundgang erforschen wir den Baphuon, die Terrace of the Elephants, die Terrace of the Leper King und das Gelände von Prasat Suor Prat. Da geht es über Stock und Stein, in Tempel und über Mauern, Es ist jetzt schon ziemlich heiß und wir müssen uns eine Verschnaufpause gönnen. Dazu laden die kleinen Lokale inmitten der alten Stadt ein. Sobald wir auftauchen purzeln die Preise und jeder würde uns am Liebsten in sein Restaurant ziehen. Wir finden ein schattiges Plätzchen und bestellen kühle Getränke und gebratene Nudeln. Jetzt sind wir bereit für die zweite Hälfte des Tages.

Auf dem Weg liegt der Thommnon Tempel, der uns mit deinen gut erhaltenen Mustern und Türmen sehr gut gefällt. Über Mittag ist es sehr ruhig hier und der ganze Ort wirkt etwas verwunschen. Danach halten wir kurz am Ta Keu, der ein klassischer Tempelberg ist, da er aufsteigend gebaut ist und über steile Stufen erklommen werden muss. Leider weist er keinerlei Wandverzierungen auf.

Das eigentliche Ziel unserer Fahrt aber ist Ta Prohm, der von Bäumen überwachsene Tempel. Die große Anlage ist zum Teil eingestürzt, aber viele Mauern und Gebäude stehen auch noch. An vielen Stellen scheinen sich riesige Arme und Finger im Gemäuer festzukrallen und bietet super Fotomotive. Das Zusammenspiel von Natur und menschengeschaffener Kunst, bietet eine tolle Abwechslung und Vielfalt.

Nachdem wir lange durch die Anlage gestromert sind, merken wir, dass wir für heute nichts mehr aufnehmen können. Wir steigen ins Tuk Tuk und lassen uns in die Stadt bringen. Unterwegs halten wir an einem Reisebüro um Preise und Fahrzeiten des Busses nach Bangkok herauszubekommen. Aber wir gehen trotzdem noch auf die Suche nach dem günstigsten Angebot. Fündig werden wir beim Neak Krohorm Tours & Travel und treffen uns im Anschluss noch einmal mit unserem Guide um die Route für morgen zu besprechen. Dieser scheint nicht so recht mit Geld umgehen zu können, denn er verspielt gerade mit unserem Hotelbesitzer seine Einnahmen. Wir verabreden uns mit ihm für 6 Uhr und laufen zum Curry Walla Restaurant, wo wir interessante indische Curries probieren. Danach machen wir uns direkt auf den Heimweg, denn wir sind ziemlich k.0. von der Hitze, dem frühen Aufstehen und vielen Umherlaufen. 

Tempel und Paläste in Pnom Penh

Wir sind schon so früh in der Stadt und die Silberpagode und den königlichen Palast zu besichtigen, dass sogar noch Zeit für den russischen Markt bleibt, bevor wir den Bus nach Siem Reap nehmen 

Um unsere Zeit in Pnom Penh gut zu nutzen, stehen wir um Viertel vor 6 auf und gehen im Hotel frühstücken. Hier treffen wir wieder die anderen Passagiere der Mekong Delta Tour, mit denen wir uns gestern auch schon unterhalten haben: ein deutsches und ein österreichisches Ehepaar. Es stellt sich heraus, dass Birgit und Rolf (die Deutschen) auch um 14 Uhr den Bus nach Siem Reap nehmen und sich morgens die Stadt ansehen wollen. Da bietet es sich ja an, ein Tuk Tuk zu teilen. Gesagt, getan. Um kurz vor 8 Uhr sind wir in der Stadt und merken, dass die Silberpagode und der Königsplast erst um 8 Uhr aufmachen. Nach einem kurzen Spaziergang entlang der Uferpromenade, können wir uns die Tempel und Paläste ansehen. Das Anwesen ist unheimlich gepflegt und erstrahlt im Sonnenlicht. Noch ist es auch von den Temperaturen her angenehm. Manche der farbenfrohen Gebäude können von innen besichtigt werden und zeigen Ausstellungen, andere sind für die Öffentlichkeit gesperrt, da der König hier immer noch residiert. Besonders der Thronsaal und die Silberpagode

stechen durch ihre Pracht sowohl von außen als auch in ihrem Inneren hervor. Beim Hinausgehen, vernehmen wir plötzlich Musik und können in zwei Gebäuden Musikern beim Spiel der traditionellen Instrumenten zusehen. Da es noch recht früh ist, beschließen wir zwei, weiter zu fahren und uns den Russischen Markt anzusehen. Es gibt dort alles: Lebensmittel, Putzmittel, Haushaltsgeräte, Souvenirs, Kleidung, Tiere… Alles ist auf engstem Raum aufgebaut und die Gänge sind verstopft. Ohne es richtig zu wollen, kommt jeder von uns zu einem neuen T-Shirt. Jetzt wird es Zeit, unseren wartenden Tuk Tuk Fahrer zu suchen und zurück zum Hotel zu fahren. Nach einer kleinen Irrfahrt, werden wir in der Nähe rausgelassen und suchen uns ein leckeres und günstiges vegetarisches Restaurant, wo wir beide etwas ungewöhnliche, aber sehr leckere Gerichte ausprobieren. Auf dem Rückweg decken wir uns noch mit frischem Obst ein und warten auf den wie immer verspäteten Bus. Wir haben 6-8 Stunden Busfahrt vor uns, die jedoch mit Planung der nächsten Tage und Reiseführer lesen schnell vergeht. Es ist bereits seit einiger Zeit dunkel als wir in Siem Reap ankommen. Nicht die beste Voraussetzung für eine Hotelsuche in der Hauptsaison! Wir schnallen uns die Rucksäcke auf und laufen los. Überall wollen uns Tuk Tuks fahren, doch wir lehnen ab. Dann spricht uns jemand an, der von einem sehr günstigen Hotel in der Nähe spricht. Wir wollen nur noch duschen und schlafen, also gehen wir mit. Das vorgeschlagene Hotel ist leider voll, doch unser Führer kennt noch mehr Hotelbesitzer. Das World Lounge House hat noch Zimmer frei und der Preis von 5$ ist akzeptabel. Während Anica das Zimmer besichtigt, kann Sven unseren Führer als Tuk Tuk Fahrer (12$) für den nächsten Tag engagieren. So haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und können unser Programm wie geplant durchziehen. Sven zieht noch einmal los und besorgt Wasser und Baguette für morgen und Anica wäscht in der Zeit die verdreckte Kleidung. Und dann passiert nicht mehr viel, außer dass wir ins Bett fallen. 

Das Mekong Delta

Unsere 2-tägige Mekong Delta Tour führt uns von Wassermärkten zu Handwerksbetrieben, wo wir mehr über die Reisverarbeitung erfahren, und anschließend weiter nach Chau Doc in die Nähe der kambodschanischen Grenze 

Nach dem Auschecken gehen wir zu einem Restaurant, das direkt neben dem Sinh Cafe gelegen ist. Hier haben wir die Abreisesituation gut im Blick und können in Ruhe frühstücken. Wir fahren pünktlich ab und erreichen nach einiger Zeit Cai Be, Hier beginnt unsere Bootstour, die uns als Erstes einen Überblick über den Wassermarkt der kleinen Stadt verschafft. Es wird mit allem gehandelt, was gerade erntereif ist: Melonen, Kürbisse, Ananas, Dragonfruit. Wer was zu verkauft, erkennt man an dem hohen Bambusmast, an den statt einer Fahne die Ware gehängt ist. Aber nicht nur Lebensmittel werden hier verkauft, auch ein Lotterieboot ist unterwegs, das seine Geschäfte mit den schwimmenden Ständen macht. Unser Guide erklärt, dass viele Händler auf ihren Booten leben und nur zur Feldarbeit an Land kommen. Auch uns zieht es danach an Land, wo wir Einblicke in die
verschiedenen Verarbeitungsweisen von Reis bekommen. So sehen wir wie Reiscracker, Kokosbonbons, Reispapier und Puffreis hergestellt wird und dürfen überall mal probieren, Zum Abschluss gibt es noch einen Schluck Schlangenwein (Reiswein mit eingelegten Schlangen, Adler und Skorpion), dem vitalisierende und potenzsteigernde Wirkung zugesprochen wird, Aber eins ist sicher: Er ist auf jeden Fall ziemlich stark!

Nach dem ganzen Probieren dürfen wir wieder im Boot Platz nehmen und das weitere Treiben auf dem Wasser beobachten. Früher gab es in den Gewässern viele Alligatoren, die mit ihrem großen Hunger kleinere Boote attackierten und erfolgreich zum Kentern brachten. Die Einheimischen kamen daraufhin auf die Idee, Augen auf der Bugseite aufzumalen um den Alligatoren dieses als schwimmendes Tier zu verkaufen, was auch wirkte. Mittlerweile sind alle wild lebenden Alligatoren zu Handtaschen und Gürteln verarbeitet worden, aber die Augen sind als Tradition geblieben. Beim Sinh Café Restaurant auf einer Insel im Mekong erhalten wir ein ausgiebiges Mittagessen und haben danach die Möglichkeit, die Anlage etwas näher zu erkunden, die im hinteren Teil eine Alligatorenzucht hat. Wer etwas mit den “Kleinen” spielen möchte, kann sich für 5000 Dong einen Fleischklumpen an der Leine kaufen und langsam herunterlassen, Später bekommen wir noch eine vietnamesische Musikaufführung, die durch die schauspielerische Darbietung der Sänger untermalt wird.

Eine kurze Bootsfahrt bringt uns nun zu einem Anleger, wo wir vom Bus eingesammelt werden und nach Chau Doc gebracht werden. Das Städtchen ist nahe der kambodschanischen Grenze gelegen, wo sich auch unser Hotel befindet. Dort angekommen, beziehen wir das Zimmer und besuchen das im Lonely Planet beschriebene nette, vegetarische Restaurant. Auffallend viele Kinder grüßen freundlich und winken uns zu. Danach suchen wir den Weg zum Fluss, wo wir noch an einer Schlägerei unter den Marktbeschickern vorbeikommen. Das Flussufer ist hell erleuchtet und von Fontänen und Skulpturen gesäumt. S0 können wir noch einen gemütlichen Verdauungsspaziergang bis zu unserem Hotel einlegen, bevor wir früh schlafen gehen um am nächsten Morgen fit zu sein. 

Spaziergang durch Saigon

Bei einem ausgedehnten Rundgang durch die Stadt kommen wir an Märkten vorbei und besuchen die Wiedervereinigungshalle und das Kriegsrestemuseum 

Nach einem gemütlichen Frühstück ist es schon 10 Uhr bis wir unseren Stadtspaziergang beginnen. Wir folgen dem im Lonely Planet vorgeschlagenen Rundgang durch den 1. Bezirk und haben da schon ganz schöne Entfernungen zu laufen. Insgesamt gibt es aber 23 Bezirke, die unmöglich in kurzer Zeit zu besichtigen sind. Die Stadt ist riesig! Als erstes steht der Besuch des Marktes Ben Thanh auf dem Programm, der jeden Tag in einer großen und geschäftigen Markthalle abgehalten wird. Danach schlendern wir durch eine Straße voller Antiquitätenläden, wo Sven von den vielen alten Mittelformatkameras fasziniert ist. Ein Straßenmarkt ist der nächste Punkt der Liste und wir sehen Reisnudel-, Gemüse- und Tofustände. Nun ist es Mittagsessenszeit und wir sind froh, eine Weile der Hitze zu entfliehen. Auch hier folgen wir der Lonely Planet Empfehlung und staunen über die Schlange von Leuten, die auf einen Tisch im schön angelegten Garten warten. Als wir uns setzen und einen Blick auf die Karte werfen, müssen wir leider feststellen, dass es kaum Vegetarisches gibt. Nachdem Essen ist es so heiß. dass wir uns beeilen, in die Wiedervereinigungshalle zu kommen.

Dort erwartet uns die Architektur der 60er und noch original eingerichtete Versammlung- und Repräsentationsräume, Nachdem wir eine ganze Weile durch das Gebäude gestreift sind, verlassen wir es auf der anderen Seite und stehen kurz darauf vorm Kriegsrestemuseum. Hierwerden verschiedene Panzer, Flugzeuge, Waffen, Folterzellen und vor allem Fotos ausgestellt. Letztere sind am prägendsten: Sie zeigen Kriegsopfer, Die Folgen des Agent Orange Giftes und Kampfszenen. Das Leid ist wirklich schrecklich anzusehen und nach 2 Stunden können wir nicht mehr. Wir setzen unseren Spaziergang weiter fort zur Notre-Dame Kathedrale und schließlich der Pagode des Jadekaisers, einem etwas düsteren chinesischen Tempel voller Räucherstäbchen. Von hier aus ist es ein ziemlich langer Weg zurück zum Hotel. Es wird langsam dunkel und so machen wir unterwegs in einem Restaurant Halt, um noch ein typisch Südvietnamesischen Curry zu essen. Den restlichen Abend verbringen wir erschöpft im Internet im Hotel. 

Zwischen Sightseeing und Schneidern!

In Hoi An machen wir die letzten Schneiderbesuche und gehen noch einmal ausführlich bei unserem vegetarischen Restaurant essen, gegen Abend nehmen wir den Nachtbus nach H0 Chi Minh

Nach dem ausführlichen Frühstück im Phouc An Hotel machen wir uns erst einmal ans Packen, um pünktlich vor 12:00 Uhr auschecken zu können. Doch bis dahin wollen wir auch noch einmal den traditionellen Markt besuchen. Die bunten Marktstände haben alles, was man für gute vietnamesische Küche benötigt: Wasserspinat, Salat, Lauch, Nudeln, Gewürze   am Flussufer können wir sogar einige Frauen beobachten, die mit ihren Booten Waren zum Markt bringen. Vom Markt aus drehen wir noch eine Runde bei unseren Schneidern vorbei, wo kleinere Änderungen entgegengenommen werden und wir einen Termin für nachmittags bekommen. Nun schnell zurück ins Hotel, auschecken und dann weiter zum Sinh Cafe, wo wir die Taschen bis zur Abfahrt nach H0 Chi Minh City (Saigon) unterstellen können.

Ohne Backpacks können wir jetzt unbeschwerter die Stadt erkunden und so folgen wir erst dem Fluss entlang und sehen den kleinen Fischerbooten zu. Zur Essenszeit zieht es uns wieder zu unserem Lieblingrestaurant, mittlerweile muss die Frau schon lachen, wenn wir wieder vorbeikommen, aber es schmeckt einfach super dort. Denn restlichen Nachmittag verbringen wir mit den letzten Schneiderterminen, die zu unserer Zufriedenheit abgeschlossen werden und der weiteren Stadterkundung. Ein kleines Highlight davon ist der Stadtbrunnen, aus dem alle Einwohner das Wasser für ihr Cao Lau holen, denn nur dann bekommt es denn richtigen Geschmack. Heute überqueren wir auch die japanische, überdachte Brücke, die über ein kleines Nebenflüsschen führt. Aber auch die ganze Atmosphäre dieses quirligen Ortes gefällt uns sehr. Die gelben Häuser, die Auto freien Gassen, die kleinen bunten Läden, die Lage am Fluss… Hoi An hat einfach Charme. Kurz vor der Abfahrt um 19:00 Uhr verabschieden wir uns noch mal von der Restaurantbesitzerin und nehmen uns eine Ration Reis mit Gemüse für die lange Busfahrt mit, bevor wir pünktlich mit unserem Sleeping Bus losbrausen. 

Letzter Tag in der Halong Bay

Wir besuchen am letzten Tag unserer Halong Bucht Tour noch ein Fischerdorf und zwei Höhlen, danach geht es zurück nach Hanoi, wo wir rechtzeitig den Nachtbus nach Hue nehmen

Es gibt ein frühes Frühstück um 8:00 Uhr auf dem Boot, das der Kombüsenchef wieder einmal mit sehr viel Liebe zubereitet hat. Danach setzen wir gleich Kurs zum gestrigen Anleger, wo wir den anderen Teil der Gruppe abgesetzt haben. Der Blick auf die riesigen Felsen im Wasser ist leider immer noch etwas diesig und nur manchmal bricht die Sonne durch die Wolkendecke. Als die andere Gruppe eingesammelt ist, steuern wir ein nahegelegenes Fischerdorf an und staunen über das Leben auf den schwimmenden Booten. Aus allen Ecken machen sich Ruderboote mit Frauen auf den Weg zu unserem Boot. Sie haben eine bunte Vielfalt an verschiedenem Obst und Knabbereien an Board, die sie uns verkaufen möchte. Wir haben nun noch die Möglichkeit, eine separate Bootstour mit den Einheimischen zu machen, die uns mit einem kleinen Boot (für 40000 Dong p.P) zu zwei am Wasser gelegenen Höhlen und der ortsansässigen Schule fahren. Um noch etwas mehr von der Tour durch Halong Bay zu haben, entschließen wir uns dafür und genießen die 40-minütige Tuckerfahrt. Zurück am großen Boot, werden die Segel nun Richtung Anleger gehisst und wir müssen Abschied von den vielen schönen grauen Felsformationen nehmen.

Am Anleger geht es mit den Taschen in ein nahegelegenes Restaurant, um danach gut gestärkt mit dem Bus zurück nach Hanoi zu fahren. Unser Guide beweist ma’? wieder seine nicht vorhandenen organisatorischen Fähigkeiten und es kommt im Bus zu Platzproblemen, Nach Kofferumschichtungen und einigen Diskussionen, muss ein Teilnehmer den Bus verlassen und bekommt eine anderweitige Transportmöglichkeit in Aussicht gestellt. Mit den Taschen auf und unter unseren Füßen geht die Fahrt nun endlich los und wir halten erst nach einigen Stunden Fahrt wieder beim Handwerkseinkaufparadies, das wir bereits auf der Hinfahrt besucht hatten. Wir vertreiben uns die Zeit bis zur Fahrt mit einem Eis, das auf den ersten Blick gut aussieht, aber ein ekligen Geschmack hat.

Um 17:00 Uhr werden wir im Stadtkern mit der Begründung rausgeworfen. dass der Busfahrer viel zutun habe, und suchen uns den Weg zum Sinh Cafe, wo wir unseren Nachtbus Richtung Hoi An nehmen. Im Sinh Cafe können wir ohne Probleme die Rucksäcke unterstellen und besorgen uns noch etwas Verpflegung für die Fahrt. Rechtzeitig zur Abfahrt werden wir mit einem Taxi vom Sinh Cafe Personal zum Bus gebracht und können ohne Stress in den geräumigen Schlafsesseln Platz nehmen. Der Service hier ist außergewöhnlich gut: Wir bekommen kostenlos Wasser und Decken ausgehändigt. An Board ist außerdem eine Toilette und englischsprachiges Personal — eine nette Abwechslung! 

Bootstour durch die Halong Bucht

Heute beginnt unsere Tour mit dem Bus zur Halong Bay, wo wir später mit dem Schiff die einzelnen Inseln und eine Höhle erkunden

Um 7 Uhr gehen wir frühstücken um rechtzeitig fertig zu sein, wenn uns unser Guide abholen kommt. Wir gehen in das kleine Restaurant um die Ecke und bekommen ein gehaltvolles Frühstück. Zurück im Hotel ergibt sich ein Gespräch mit einem Deutschen, der wissen will, ob uns hier auch Geld geklaut wurde. Wir können glücklicherweise verneinen, da wir immer unsere Wertsachen in unseren Paksafes bei uns getragen haben, doch er erzählt uns, dass es wohl nicht unüblich ist, dass während der Abwesenheit der Gäste etwas Geld aus zurückgelassenen Portemonnaies verschwindet, aber nie so viel, dass es gleich auffällt, Nun beschließen wir, noch vorsichtiger zu sein. Pünktlich um 8 Uhr steht unser Guide vor der Tür, der leider weit weniger gut Englisch spricht als angekündigt und wir fragen uns, was sich noch alles als anders herausstellt. Kurz später wissen wir es: die Gruppengröße! Statt der versprochenen Höchstteilnehmerzahl von 16 Personen quetschen wir uns zu 28. in den Minivan und am Anleger stoßen noch mehr dazu. Doch bevor wir dort ankommen, halten wir noch eine halbe Stunde in einem großen Handwerksladen, wo wir ganz dezent drauf hingewiesen werden, ob wir nicht etwas kaufen möchten. Wir nutzen den Halt als Klopause und steigen zurück in den engen Bus.

Um 14:00 Uhr erreichen wir mit knurrendem Magen endlich den Anleger und treffen auf den zweiten Teil der Gruppe. Nun sind wir über 30 Leute und als wir das Boot betreten, ist jeder auf der Suche nach einem Plätzchen. Unser Guide, der uns mittlerweile schon ziemlich nervt, weil wir schon öfters Dinge gefragt haben und dann nie eine Antwort bekommen haben, macht nun die Runde und sammelt von jedem, der die Z Tagestour macht, den Pass ein. Auf die Frage, für was er den brauche, bekommen wir nur die Antwort: Es ist für die Unterkunft. Später stellt sich heraus, dass es als Druckmittel einbehalten wird, damit die Rechnung für die Softdrinks, die nicht im Preis inbegriffen sind, bezahlt wird. Kurze Zeit später wird zu Tisch gebeten und wir bekommen ein wirklich umfangreiches Mittagessen, auch wir Vegetarier. Es wird ein extra Veggietisch zusammengestellt und so haben wir eine nette Gruppe mit einem australischen Paar und einem Koreaner. Das erste wirklich erfreuliche an unserer Tour.

Nun wo jeder fertig ist mit essen, stechen wir endlich in See. In der Ferne sehen wir schon die hohen Felsen im Wasser aufragen und ab und zu passieren wir einige kleine Fischerboote. Der erste Programmpunkt für heute ist eine Höhle, die erst 1993 von einem Fischer entdeckt wurde und später wie die ganze Bucht zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Schon beim Einlaufen in die Bucht, werden wir über Lautsprecher informiert, wohin wir gehen müssen und wie wir uns verhalten sollen. Wir haben 40 Minuten Zeit um uns die riesige Höhle von innen anzusehen und sind der Größe und Höhe wirklich beeindruckt. Was leider auch auffällt, ist, dass nicht alles natürlich ist und viele Springbrunnen und Fontänen nachträglich eingebaut wurden, was uns etwas an Disneyland erinnert. Dennoch sind die vielen Steinformen und Stalagtiten und Stalagmiten auf jeden Fall einen Besuch wert, Auf der anderen Seite wartet unser Kapitän bereits abfahrtbereit um uns zu einer Bucht zu bringen, wo die Gruppe in kleinere Gruppen aufgeteilt werden. Am Sonnendeck bekommen wir ein Gespräch unseres Guides mit, der sich vor einer Teilnehmerin verantworten muss die 120$ p.P. bezahlt hat und nur das gleiche Programm kriegen soll was wir für 40$ p.P, kriegen. Ab diesem Zeitpunkt steht für uns fest, dass wir wohl in eine von den Tourifallen geraten sind, vor denen uns der Lonely Planet gewarnt hatte) An Land verlässt der größte Teil der Grüppe das Boot und wird in Hotels und einem anderen Boot untergebracht. Wir können an Board bleiben und kriegen eine wirklich sehr gemütlich und gut ausgestattete zweier Kabine. Laut Programm kommt nun ein Halt zum Kajak fahren, baden oder wandern, worauf wir uns schon sehr gefreut haben, um einen guten Blick über die Bucht zu bekommen.

Unser Guide bietet uns aber nur die Möglichkeit zu baden oder uns mit den 16 Leuten auf 4 Kajaks zu verteilen, aber von Trekking ist nicht die Rede! Allmählich werden wir echt sauer, denn das Trekking war ein Grund warum wir uns für diese Tour entschieden haben. Wir diskutieren einen Moment mit unserem Guide, merken aber, dass er uns nicht mehr weiter zuhört. Er verschwindet wieder einmal einfach. Also schnappen wir uns ein Kajak und paddeln eine Runde um die kleine nahegelegene Insel, vorbei an den Fischerhäusern, und machen das Beste aus der Situation.

Zurück an Board wird nach einer kurzen Dusche Dinner serviert, was wieder einmal reichlich, lecker und vietnamesisch ist. Danach finden wir uns mit einer Gruppe Engländern (Joe, Roby, Anna) und einem Iren (Brian) zusammen und spielen das altbewährte Shithead Kartenspiel. Die Gruppe ist am Beginn ihrer 12-monatigen Reise und so wird viel gefragt und erklärt. Der Abend vergeht mit spielen und quatschen wie im Fluge. 

In den Gassen von Hanoi

Wir ziehen in ein günstigeres Hotel um, buchen eine Tour in die Halong Bay und nutzen die restliche Zeit für Sightseeing im Old Quarter und den Besuch des Wasserpuppentheaters 

Nach dem im Preis inbegriffenen Frühstück verlassen wir unter einem Vorwand das Holiday Hotel und gehen auf Hostelsuche, da wir die nächste Nacht gerne in einem günstigeren Hotel übernachten wollen. Heute sieht die Lage schon besser aus und direkt um die Ecke werden wir fündig. Das billigste Hotel ist das Relax (Tham Thong) Hotel, das in einer kleinen lebhaften Gasse liegt. Für 85 ist das Zimmer um einiges billiger, aber auch von der Ausstattung auf keinen Fall vergleichbar. Wir checken im einen Hotel aus und im anderen direkt ein. Nachdem wir das hinter uns gebracht  haben, steht ein weiterer organisatorischer Punkt auf unserer To-D0-Liste: eine günstige, aber gute Halong Bay Tour finden und buchen. Angebote gibt es zwar Massenweise, doch es soll auch viele  schwarze Schafe unter den Reisebüros geben (Fälschungen der richtigen Reisbüros) und jede Tour ist etwas anders. Nachdem wir kreuz und quer in der Stadt umher gelaufen sind und schon mehrmals fast von Rollern oder Cyclos überfahren wurden, sind wir ziemlich geschafft und genauso schlau wie vorher.

Überall wird einem das Blaue vom Himmel versprochen und man weiß wirklich nicht, wem man trauen kann. Die renommierten Reiseveranstalter verlangen alle Preise, die wir nicht zahlen können und bei allen anderen, ist nicht sicher, welche Überraschungen einen erwarten. Etwas hilflos und genervt entscheiden wir uns, beim im The Whole Earth Restaurant untergebrachten Discovery Tours Reisebüro zu buchen, wo uns mit 40$ ein guter Preis gemacht wird (für Bus, Boot, Nacht an Bord im Doppelzimmer, Essen, Kajaks). Danach sind wir erleichtert und gönnen uns erst einmal ein leckeres Mittagessen im The Whole Earth Restaurant, das nur vegetarische Gerichte anbietet und deshalb eine große Auswahl für uns hat. 

Im Anschluss können wir durch das Old Quarter schlendern, was viele Handwerksläden beheimatet und sehr bunt ist. Überall begegnen uns die typischen Hüte tragenden Frauen mit ihren Korbgestellen voller Gemüse und Obst. Es herrscht ein solches Gewimmel, dass es schwer ist durch den ganzen Verkehr und Verkäufer einen Weg zu bahnen. Und doch fühlen wir uns wohl inmitten der vielen Gerüche und Farben. Gegen Nachmittag kommen wir am Städtischen Wasserpuppentheater vorbei und werden auf ein Schild aufmerksam, auf dem steht, dass es nur noch Karten für die in 10 Minuten beginnende 15:30 Uhr Vorstellung gibt. Kurzentschlossen kaufen wir welche und sitzen kurz später erwartungsvoll im Theatersaal. Zu vietnamesischer Musik, die von 7 Musikern am Rand der Bühne gespielt wird, erscheinen verschiedene Puppen im Wasser und stellen kurze Szenen aus dem ländlichen Leben, religiöse Zeremonien und Mythen nach. Das Ganze ist nett gemacht und gut verständlich, wir erkennen viele schon selbst beobachtete Situationen wieder. Nach der einstündigen Vorstellung machen wir uns auf zum Dong Xuan Market, der aber um diese Zeit seine Pforten schließt und mit Alltagsutensilien für uns nicht so reizvoll ist. Also drehen wir wieder um, kehren kurz zurück zum Hotel und begeben uns anschließend auf die Suche nach einem Restaurant fürs Abendessen. An jeder Straßenecke sitzen Einheimische auf kleinen Hockern vor winzigen Garküchen und essen Schnecken oder Seafood, doch da es hier selten etwas für Vegetarier gibt, ziehen wir es vor, in einem Restaurant zu essen. Schließlich setzen wir uns in ein kleines Lokal, wo es traditionelles Essen gibt und probieren Nordvietnamesische Frühlingsrollen aus, die ganz anders schmecken, als die Frühlingsrollen, die wir bis jetzt gegessen haben, Auf einer Platte werden die verschiedenen Zutaten wie Reisnudeln, Tofu, Karotten, Salat, verschiedene Kräuter und Reispapier gebracht, woraus man sich dann selbst die Frühlingsrollen zusammenstellt und die Sojasauce oder eine süß- sauer Soße tunkt, bevor man sie isst. Interessant!

Da heute Valentinstag ist, sind einige Restaurants geschmückt und überall werden rosafarbene Herzluftballons zum Verkauf angeboten. Wir interessieren uns aber mehr für den Nachtmarkt, auf dem Kleidung, Taschen und Kunsthandwerk angeboten wird. Doch das Gedränge ist so groß, dass wir nach einer Weile in eine Seitenstraße flüchten. Wir sind diesmal ohne Stadtplan aus dem Haus gegangen und verlaufen uns prompt im Gewirr der kleinen Straßen bis wir glücklicherweise ein Restaurant wiedererkennen und feststellen, dass wir die ganze Zeit in direkter Nähe unseres Hotels herumirren. Zurück im Hotel packen wir unsere Rucksäcke für die morgige Tour und legen uns schlafen.