Heute beginnt unsere Tour mit dem Bus zur Halong Bay, wo wir später mit dem Schiff die einzelnen Inseln und eine Höhle erkunden
Um 7 Uhr gehen wir frühstücken um rechtzeitig fertig zu sein, wenn uns unser Guide abholen kommt. Wir gehen in das kleine Restaurant um die Ecke und bekommen ein gehaltvolles Frühstück. Zurück im Hotel ergibt sich ein Gespräch mit einem Deutschen, der wissen will, ob uns hier auch Geld geklaut wurde. Wir können glücklicherweise verneinen, da wir immer unsere Wertsachen in unseren Paksafes bei uns getragen haben, doch er erzählt uns, dass es wohl nicht unüblich ist, dass während der Abwesenheit der Gäste etwas Geld aus zurückgelassenen Portemonnaies verschwindet, aber nie so viel, dass es gleich auffällt, Nun beschließen wir, noch vorsichtiger zu sein. Pünktlich um 8 Uhr steht unser Guide vor der Tür, der leider weit weniger gut Englisch spricht als angekündigt und wir fragen uns, was sich noch alles als anders herausstellt. Kurz später wissen wir es: die Gruppengröße! Statt der versprochenen Höchstteilnehmerzahl von 16 Personen quetschen wir uns zu 28. in den Minivan und am Anleger stoßen noch mehr dazu. Doch bevor wir dort ankommen, halten wir noch eine halbe Stunde in einem großen Handwerksladen, wo wir ganz dezent drauf hingewiesen werden, ob wir nicht etwas kaufen möchten. Wir nutzen den Halt als Klopause und steigen zurück in den engen Bus.
Um 14:00 Uhr erreichen wir mit knurrendem Magen endlich den Anleger und treffen auf den zweiten Teil der Gruppe. Nun sind wir über 30 Leute und als wir das Boot betreten, ist jeder auf der Suche nach einem Plätzchen. Unser Guide, der uns mittlerweile schon ziemlich nervt, weil wir schon öfters Dinge gefragt haben und dann nie eine Antwort bekommen haben, macht nun die Runde und sammelt von jedem, der die Z Tagestour macht, den Pass ein. Auf die Frage, für was er den brauche, bekommen wir nur die Antwort: Es ist für die Unterkunft. Später stellt sich heraus, dass es als Druckmittel einbehalten wird, damit die Rechnung für die Softdrinks, die nicht im Preis inbegriffen sind, bezahlt wird. Kurze Zeit später wird zu Tisch gebeten und wir bekommen ein wirklich umfangreiches Mittagessen, auch wir Vegetarier. Es wird ein extra Veggietisch zusammengestellt und so haben wir eine nette Gruppe mit einem australischen Paar und einem Koreaner. Das erste wirklich erfreuliche an unserer Tour.
Nun wo jeder fertig ist mit essen, stechen wir endlich in See. In der Ferne sehen wir schon die hohen Felsen im Wasser aufragen und ab und zu passieren wir einige kleine Fischerboote. Der erste Programmpunkt für heute ist eine Höhle, die erst 1993 von einem Fischer entdeckt wurde und später wie die ganze Bucht zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Schon beim Einlaufen in die Bucht, werden wir über Lautsprecher informiert, wohin wir gehen müssen und wie wir uns verhalten sollen. Wir haben 40 Minuten Zeit um uns die riesige Höhle von innen anzusehen und sind der Größe und Höhe wirklich beeindruckt. Was leider auch auffällt, ist, dass nicht alles natürlich ist und viele Springbrunnen und Fontänen nachträglich eingebaut wurden, was uns etwas an Disneyland erinnert. Dennoch sind die vielen Steinformen und Stalagtiten und Stalagmiten auf jeden Fall einen Besuch wert, Auf der anderen Seite wartet unser Kapitän bereits abfahrtbereit um uns zu einer Bucht zu bringen, wo die Gruppe in kleinere Gruppen aufgeteilt werden. Am Sonnendeck bekommen wir ein Gespräch unseres Guides mit, der sich vor einer Teilnehmerin verantworten muss die 120$ p.P. bezahlt hat und nur das gleiche Programm kriegen soll was wir für 40$ p.P, kriegen. Ab diesem Zeitpunkt steht für uns fest, dass wir wohl in eine von den Tourifallen geraten sind, vor denen uns der Lonely Planet gewarnt hatte) An Land verlässt der größte Teil der Grüppe das Boot und wird in Hotels und einem anderen Boot untergebracht. Wir können an Board bleiben und kriegen eine wirklich sehr gemütlich und gut ausgestattete zweier Kabine. Laut Programm kommt nun ein Halt zum Kajak fahren, baden oder wandern, worauf wir uns schon sehr gefreut haben, um einen guten Blick über die Bucht zu bekommen.
Unser Guide bietet uns aber nur die Möglichkeit zu baden oder uns mit den 16 Leuten auf 4 Kajaks zu verteilen, aber von Trekking ist nicht die Rede! Allmählich werden wir echt sauer, denn das Trekking war ein Grund warum wir uns für diese Tour entschieden haben. Wir diskutieren einen Moment mit unserem Guide, merken aber, dass er uns nicht mehr weiter zuhört. Er verschwindet wieder einmal einfach. Also schnappen wir uns ein Kajak und paddeln eine Runde um die kleine nahegelegene Insel, vorbei an den Fischerhäusern, und machen das Beste aus der Situation.
Zurück an Board wird nach einer kurzen Dusche Dinner serviert, was wieder einmal reichlich, lecker und vietnamesisch ist. Danach finden wir uns mit einer Gruppe Engländern (Joe, Roby, Anna) und einem Iren (Brian) zusammen und spielen das altbewährte Shithead Kartenspiel. Die Gruppe ist am Beginn ihrer 12-monatigen Reise und so wird viel gefragt und erklärt. Der Abend vergeht mit spielen und quatschen wie im Fluge.